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Schüler in Aktion

Plitsch, der Wassertropfen, geht auf die Reise


Eine Geschichte von Inken Hihn, Klasse 3b


Hallo, ich bin Plitsch, der Wassertropfen. Heute will ich euch mal auf eine Reise mitnehmen!

Ich zeige und erkläre euch dabei den Wasserkreislauf. Nun taucht mit mir in die Welt des Wassers ein!

So. Ich, Plitsch, der Wassertropfen, lebte mit meinen Freunden und meiner Familie im Meer. Ich spielte die ganzen grauen Tage. Ich wusste, dass ich irgendwann verdunsten würde. Deswegen nutze ich alle Tage, bis es so weit war. Ich verdunstete zusammen mit meiner besten Freundin Marianne. Wir stiegen höher und höher, bis wir in einer Wolke waren. Ich war froh, endlich da zu sein. Aber leider war es in der Wolke sehr unbequem, und dann stiegen wir auch noch immer höher und höher wie schon bei der Verdunstung. Es wurde immer kälter; das passierte, weil wir uns dem Weltraum näherten und es dort sehr kalt ist. Langsam wurden die ersten Wassertropfen zu Eis. Dann wurde es ganz überraschend wieder warm!

Unerwartet öffnete sich die Wolke, - wir fielen alle herunter! Und das auch noch direkt über einem Berg! Der Flug nach unten ging sehr schnell vorbei. Marianne und ich hielten uns fest an den Händen. Dann klatschten wir auf dem Berg auf. Der Aufprall war sehr heftig. Nun sickerten wir alle in die Erde hinein. Auf einmal stießen wir auf etwas ganz Hartes! Es war Ton oder Felsen, genau weiß ich das nicht mehr. Was soll`s, ist ja auch nicht so wichtig. Jedenfalls kamen wir endlich wieder aus der Erde heraus. Zum Glück! Dann flossen wir in eine Quelle.

Ich erkläre euch kurz mal, was eine Quelle ist und wie sie entsteht. Also, eine Quelle entsteht so: Wenn es über einem Berg regnet, sickert der Regen ja in die Erde, aber wenn das Wasser dann auf etwas Wasserundurchlässiges trifft, Ton oder Stein, dann kann das Wasser nur auf dem Ton oder Stein weiter fließen. Und irgendwann muss der Berg ja zu Ende sein. Da ist dann die Quelle. Und genauso ist es bei mir und Marianne passiert. Als wir aus dem Berg heraus kamen, da haben alle von uns angefangen zu jubeln. Marianne und ich haben am lautesten gejubelt! Wir haben „Juhu!“ und „ Jippieh!“ gerufen.

Nun ging es weiter. Langsam wurden wir zusammen mit anderen Quellen ein Rinnsal. Ein Rinnsal entsteht, wenn mehrere Quellen zusammenfließen. Wir flossen noch zwei langweilige Stunden im Rinnsal. Langsam, aber ganz, ganz langsam wurden wir zusammen mit noch mehr Rinnsalen ein Bach. Ich habe gehofft, dass der nächste Tag etwas ruhiger werden würde. Leider wurde er noch aufregender als die letzten beiden Tage.

Als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin, habe ich gesehen, dass sich jetzt mehrere Bäche mit unserem Bach vereint hatten. Da dachte ich: „Hmm... jetzt sind wir ein großer Fluss. Cool! Dann sind wir hoffentlich bald ein Strom. Und danach geht es zurück ins Meer! Zu Mama und Papa und Jane, Tomas und Tim! Ob sie Marianne und mich wohl wiedererkennen?“

Ich sah, dass Marianne noch tief und fest schlief. Ich ließ sie schlafen, weil die letzten beiden Tage so anstrengend gewesen waren, dass sie Kraft für die nächsten Tage haben musste. Marianne wachte erst am frühen Nachmittag auf. Als sie mich fragte, wie viel Uhr es war und ich ihr sagte, dass es fast drei Uhr nachmittags war, ist sie total ausgeflippt. Sie fing an, mich zu beschimpfen und fragte: „Wieso hast du mich nicht vorher geweckt?“ Ich antwortete: „Weil wir in den letzten Tagen so viel erlebt haben und weil du den Schlaf gebraucht hast.“ „Ach so, du hättest mich aber trotzdem früher wecken können, - naja, ist jetzt auch egal, nun ist es halt so passiert.“

Wir flossen den ganzen Tag im Fluss und gingen erst sehr spät schlafen. Am nächsten Morgen wachte diesmal Marianne als erste auf. Sie ließ mich leider nicht schlafen, sie weckte mich sofort, weil sie sah, dass sich jetzt ganz viele Flüsse mit unserem Fluss vereinigt hatten. Nun waren wir ein großer Strom. Der Tag verlief super, denn ich und Marianne spielten den ganzen Tag, etwa verstecken mit anderen Tropfen, oder fangen. Wir spielten bis spät in die Nacht hinein.

Der nächste Tag war auch super. Morgens ging es gleich mit spielen los. Marianne und ich warteten den ganzen Tag darauf, dass wir das Meer erreichen. Kurz nach Mitternacht war es so weit, wir waren aber beide sehr müde und beschlossen, dass wir morgen früh sofort versuchen wollten, unsere Eltern und Freunde zu finden. Wir wachten beim Morgengrauen auf und machten uns sofort auf die Suche. Wir suchten ungefähr vier Stunden, bis wir sie endlich gefunden haben. Endlich waren wir wieder da! Die Wiedersehensfreude war sehr groß, und wir verbrachten den Rest unseres Lebens glücklich und zufrieden.